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Mittwoch, 3. Juni 2015

"Der Bezirk Pankow liegt bei Fahrraddiebstählen in Berlin ganz weit vorn...

Mehr als 4000 gestohlene Räder wurden 2014 bei der Polizei angezeigt.", lese ich in der Berliner Woche, die ich mir aus dem Papiermüllbriefkasten, der unter den Hausbriefkästen der Mieter irgendwann nach dem Mauerfall angebracht werden musst - warum eigentlich? -, rausgefischt habe.
Wohnwertsteigernde Maßnahme aus dem besseren System importiert? Importiert auf jeden Fall, sowas hatten wir in der DDR nicht nörig! Da wurden nicht bergeweise Mangeleinredenblätter verteilt, die kaum einen Menschen interessieren, nur Viele beschäftigt halten...
Scheinbeschäftigung gab es nur in der DDR, haben mir im Westen Sozialisierte mit ihrem Besserwissen beibringen wollen - ich habe ihnen zugestimmt! In der DDR durfte ich wirklich noch Geldscheine in Empfang nehmen. Das änderte sich sofort als ich als DDR-Flüchtling mit eben 5 Jahre "alt" gewordenem Sohn an der Hand im Westen ankam. "Sie müssen zuerst ein Konto eröffen!"
Ich: "Was MUSS ich!? Wofür das denn, ich hab doch kaum Geld , um einen Monat zu überstehen!" Achselzucken - toll! Und: "Das ist hier halt so!"
Was Gesamtdeutsches, das kannte ich auch aus der DDR, dass Menschen auf meine Fragen mit Achselzucken reagierten...
Nein, früher war nicht alles besser, wie ich jetzt sofort in manch gähnendem Gesicht lesen kann...
Manches war allerdings schon beser!
Hier geht es um gestohlene Fahrräder, was ja ein Zeichen für absolute Hemmungslosigkeit ist und es begann direkt in meinem Umfeld 1992.


2005 schrieb ich endlich den Text:
Am Freitag war es, dem 13. Mai 2005.
Ha, dachte ich beim Erwachen, endlich wieder mal mein Glückstag!
Da man mir im Zeugnis der vierten Klasse bereits bescheinigt hat, das ich streitsüchtig bin, habe ich mich auch in den 43 Jahren, nachdem ich die vierte Klasse mit dem geschulten Lehrpersonal hinter mir ließ, daran gehalten, meine Streitsucht zu vervollkommnen.
Es stinkt mich einfach an, dass immer wieder Wesen, die unter dem Oberbegriff Menschen über die Welt atmen, vom schwarzen Freitag faseln, wenn sie den 13. Tag eines Monats meinen.
Schon sehr früh in meinem Leben stand für mich fest, dass alle 13., die den Familiennamen Freitag mit sich herumtragen, meine Glückstage sind und bleiben!
Nun, endlich war es mal wieder so weit! Rex guckte etwas bedeppert, denn seine Rudelsfrau wacht mit dem Tageslicht auf. Mein etwas älterer Herr Hund hat in dieser frühen Morgenstunde das Problem mit den noch nicht aufklappbaren Augenlidern zu bewältigen.
Ich streife meine Stützstrümpfe über die Krampfadern. Wenigstens das Innenfutter der Hosenbeines soll keinen so erschreckenden Anblick, wie es der Anblick dicker Varizen ist, ertragen müssen. Schließlich stecken meine Beine täglich 18 Stunden lang in den Schläuchen, die die Verbindung zwischen Füßen und dem, was über den Beinen steht, warm halten.
Dazu kommt noch, dass angeblich durch den Druck der Stützstrümpfe, der Blutfluss in den ausgeleierten Beinvenen es schafft, den langen Weg durch die verschlungenen Venen und anderen Leitsysteme für diese Körperflüssigkeit, problemlos zurückzulegen.
Diese Körperflüssigkeit, die wir mit dem Begriff Blut belegt haben, soll auch zum Hirn fließen. Es ist bei mir auf beträchtlicher Höhe installiert.
Nach meinem Zwischenstop im Sanitärbereich unserer Nobelherberge, umhülle ich mich mit etlichen Stoffteilen. Ich weiß nicht, ob der Wind um fünf Uhr morgens warm hält, also auch eine Jacke. Einen leeren Stoffbeutel in die Jackentasche gesteckt, falls was gesammelt werden muss.

Rex und ich an die Leine. Die hat schließlich zwei Enden. Ab geht's, in die Spielstraße.

Das ist ein Pflaster! Ick kann Ihnen sagen! Ditt war so ne richtig jute Idee!
Schon um 17 Uhr stehen alltäglich die 14/15 Jährigen zwischen den 8 – 10 Jährigen. Die 10 Jährigen gucken ehrfurchtsvoll auf, zu ihren hochgewachsenen Idolen.
Diese Idole saugen immer im Wechsel, mal an ner Fluppe und mal an ner Bierflasche.
Alles Kinder von biederen Eltern.
Morgens ging's schon immer in die Krippe, und abends ins Bett.
Wie es weitergeht, nach Krippe und Kita weiß ja Jeder; morgens Schule, abends Krimi im Fernsehen.
Ganz gemütlich wird gemeinsam vor den Greueltaten, die im Fernseher laufen, geschwiegen...
Hinterher werden einsam im Bett die Fingernägel kurz geknabbert.
Bei Manchem weint auch die Harnblase ins Bettlaken.
Die Spannung des Tages muss irgendwo hin!

Stop, nur einigen Jugendlichen geht es so. Andere haben auch noch nach den gemeinsam verlebten Fernsehstunden die Freiheit von ihren aEltern!
Sie verlassen um 23:15 Uhr, mit unbeleuchtetem Fahrrad und Rucksack, das Wohnhaus.
Wer bei diesem Anblick an Sprayer denkt, dem geht es in Weißensee so richtig gut, denn der, oder besser die, wird von der Polizei beruhigt...

Mama und Papa hatten einen anstrengenden Tag, die brauchen nach der Arbeit ihre Ruhe. Gut, dass es jetzt in der „Eigentlich – nicht – mehr – DDR – Hauptstadt“ Spielstraßen gibt, in denen die Jüngsten wenigstens ungestört saufen können.
Dort können die Kleinen ungestört zu den höher Gewachsenen aufblicken. So ein bisschen braucht ja schließlich jeder Mensch das Gefühl, groß und stark zu sein. Das bekommen dort beide Körperhöhen, einfach weil sie da sein dürfen, völlig ungestört, weil die Alten fernsehen, das Naheliegende nicht sehen können, durchs Fernsehen-müssen!
Sie müssen am nächsten Morgen, im Team mitreden können!

Wir beiden Frühaufsteher, Rex und ich, gehen, seit wir gesehen haben, was da so abläuft, jeden Morgen mit dem schon erwähnten leeren Beutel zum Spaziergang.
Am Freitag dem 13. waren nur wenige leere Bierpullen auf dem Spielplatz zu finden.
Nach deren Leerung am Abend und in der Nacht zum 13. wurden sie in die Blumenbeete gedroschen.

Erst vor wenigen Wochen war die wunderschöne Anlage, Teil I, fertig geworden.
In den Beeten kämpfen seitdem viele Tulpen um den Erhalt des ihnen von Menschen zugewiesenen Standortes. Sie kämpfen gegen Müll und Flaschen, für die Mensch Geld bekäme, wenn Mensch es denn brauchen würde.

Ich brauche es, hebe also die wenigen Flaschen auf.
Manchmal fand ich an einem Morgen 20 leere Bierflaschen, heute sind es nur wenige!
Egal, es können schließlich nicht an jedem Morgen hier 20 leere Bierflaschen herum liegen.
Gibt ja noch mehr Möglichkeiten im Kiez, leere Flaschen fallen zu lassen.

Richtig, im Papierkorb vor der Plushalle steckten 5 Plastikpfandflaschen für Plus, die jede 25 Cent bringen. Eine Entschädigung für den Verlust der dadurch, dass am Vorabend so wenige Flaschen in den Beeten der Spielstraße landeten, in meinem Einkommen zu erkennen war.

Dass meine Einstellung zum 13. Freitag die richtige ist, war mal wieder bewiesen. ;)

Erst jetzt fällt mir ein, dass ich mich ja vielleicht bestrafungswürdig verhalten haben könnte. Ist das eigentlich Diebstahl, wenn ich aus Müll, dessen Eigentümer mir bekannt ist, Teile entwende? Darüber werde ich nächste Nacht nachdenken, heute will ich noch diese Geschichte zum Ende begleiten.

Zu DDR – Zeiten kannte ich den Inhalt der Komischen Oper, des Metropol Theaters, des Berliner Ensembles, des Deutschen Theaters, des Maxim Gorki Theaters, der Staatsoper, des TiP, des Friedrichstadtpalastes, des Theaters der Freundschaft, der Volksbühne, der Kammerspiele, des Puppentheaters und des Schauspielhauses.

Heute kenne ich die höchst interessanten Inhalte der Sammelstellen an den Straßenecken eines Teiles der Hauptstadt.

Ich habe meine Einstellung zu meiner Garderobe und zu meinen Hemmungen grundlegend geändert, sie den Gegebenheiten des Ist – Zustandes, meinen finanziellen Einkünften, angeglichen.

Eine Hose für 150 DDR Mark aus dem Exquisit, ist um den Blick in einem Papierkorb zu versenken wirklich nicht notwendig!

Die Not würde sich auch mit einer solchen Hose nicht wenden lassen. Für die Tagesausgänge mit meinem Hund habe ich noch eine 3 € Hose vom Aldi, die ich zwar hässlich finde, deren Herstellung ganz sicher ähnlich hässlich erfolgte, aber sie ist sauber und ganz.
Viel schlimmer ist die Tatsache zu ertragen, dass ich mit meinen reparierten und trotzdem kaputten Füßen, der lädierten Wirbelsäule und dem schon reparierten Knie, seit Mittag, am Freitag dem 13., kein Fahrrad mehr habe, weil sich Leute rächen mussten, wie ich meine.

Doch der Reihe nach.
Um 7:50 Uhr holte ich mein Fahrrad aus dem Keller, was mir mit dem kranken Knie immer schwer fällt. Es ist ja nur aus Billigware zusammengeschraubt und geschweißt.
Die ist leider wesentlich gewichtiger als die Ware, die schon beim Kauf viel Geld verschlingt.
In unserem Kiez gibt es leider etliche Leute, die es nicht verkraften können, dass ich noch immer meinen Mund auftue.

Meine Arbeit in der Psychiatrie hat mir gezeigt, dass viele Menschen sich im Abseits fühlen, aber nicht im Abseits sein wollen. Es sind Entwicklungen die sich über viele, viele Jahre erstreckten. Diese Menschen wollen Aufmerksamkeit, und gehen, da sie Jahre lang nicht gehört wurden, bis an die äußersten Grenzen und oft auch darüber hinweg.

Ihnen ist es kein Problem, an irgendeiner Klingel zu drücken, und zu sagen, dass sie Reklame bringen. Da machen alle die Haustür auf, denn die ständig funktionsuntüchtige Wechselsprechanlage zu benutzen, hat wenig oder keinen Sinn.
Sie schreit bei jeder Berührung laut, in schrillem Ton.
Wer will das schon mehrmals, vielleicht sogar pro Tag, hören!?

Einmal wurde Martins Fahrrad, mit einer schweren Kette durch Vorder– und Hinterrad „gesichert“ von zwei dreizehnjährigen Mädchen, die  fast 2 Jahre lang bei uns ein – und aus gingen, weggeschleppt.
Vor unserem Haus waren zwei Bauarbeiter damit beschäftigt, in der Erde Kabel zu erneuern.

Als wir vom Arzt zurück kamen, wollten wir mit den Rädern wegfahren. Martins Rad stand nicht mehr im Keller. Ich wusste sofort, wer das war.
Den beiden Mädchen, die ich am Sonntagmittag beim Kokeln auf unserem Hof ertappt hatte, hatte ich die Polizei an den Mittagstisch geschickt. Sie hatten auf meine Bitte, mit dem Kokeln aufzuhören, die Meinung geäußert, dass ich ihnen gar nichts zu sagen hätte.

Als ich sah, dass das Rad fehlte, war mein nächster Schritt der, zu den Bauarbeitern. Ich fragte, ob sie gesehen haben, dass zwei Mädchen ein silbernes BMX Rad mit roten Reifen, rotem Sattel, roten Griffen, hier aus dem Haus getragen haben. Ich sagte ihnen, dass das meine Vermutung ist, und meinen Grund für diese Vermutung. Sie bestätigten meine Schilderung, und ich bat sie darum, als Zeugen aufzutreten. Sie bestätigten meine Vermutung und sagten, dass sie natürlich als Zeugen kommen!

Als ich die Mädchen wieder sah, am nächsten Tag, hatten sie gefärbte Haare. Ich versuchte, mit ihnen über den Fahrraddiebstahl zu reden, ihnen einen Weg zu zeigen, wie sie aus dem Dilemma wieder herauskommen können, aber es gab stärkere Einflüsse.

Mir blieb dann nur noch, zu sagen: „M....a und R....a, so lange ich atme und ihr auch, werdet ihr ein schlechtes Gewissen haben! Ich glaube sicher, dass das nicht gut ist für euch!“
M....a konnte dem Druck nicht standhalten.
Ein Jahr war vergangen, als sie mich fragte, ob ich mal Zeit für sie habe.
„Natürlich, M....a, ich hatte immer Zeit für euch, ich habe auch heute Zeit für dich.“

Wir saßen uns gegenüber, an meinem Küchentisch, und tranken Tee. Nach einer Stunde ca., in der M...a so allerlei erzählte, aber hauptsächlich versuchte, ihr Herz über den schlechten Einfluss, den R....a auf sie hatte, zu erleichtern, griff ich zur Zeitbremse.
„Gut, M...a, jetzt kommen wir mal zu dem Thema, weshalb wir hier versammelt sind. Was habt ihr mit Martins Fahrrad gemacht?“

„Was machst du, wenn ich dir sage, dass wir es waren ?“
„M....a, es stand von der ersten Sekunde an fest, dass ihr es wart. Die Bauarbeiter hatten von Anfang an bestätigt, dass ihr das Rad rausgeschleppt habt, was habt ihr mit dem Rad gemacht?“
„Wir haben's an einen Jungen in der Warschauer Straße verkauft.“

Wie wir auseinander gegangen sind, weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass R....s Mutter mit den beiden Töchtern, die oft bei mir Abendbrot gegessen hatten, kurze Zeit nachdem die Polizei bei ihnen zu Gast war, aus der völlig verkeimten und mit Müllbergen vollen Wohnung ausgezogen ist. Die Mutter und die kleine Schwester „traf“ ich wieder, als ich mir zum ersten Mal im Leben eine „Bild der Frau“ spendierte, um wenigstens das für mich erreichbare Stück Westdeutschland, ein wenig kennen zu lernen...

Na, wer guckt mich denn da an! Ein Foto von R....s Mutter mit der kleinen Schwester auf dem Schoß. Sie suchten, laut Text, verzweifelt ihre geliebte R....a, die in die Skinheadszene abgetaucht war...
M...s Eltern waren in der Zwischenzeit auch in eine andere Wohngegend gezogen.
Sie zogen in eine Gegend, in der keine Frau wohnt, die ihrer Kleinen nur Böses will.
Dass ihre Kleine täglich manche Stunde bei der bösen Altm am Tisch gesessen hatte, wussten sie ganz sicher nicht...

Im Kiez haben sie vor ihrem Wegzug noch großflächig über meine Boshaftigkeit erzählt, was mir wiederum andere Bewohner unseres Kiezes erzählten, die gesehen hatten, dass ich mich mit den Kindern beschäftigt hatte, immer stundenlang mit allen Kindern der Straße Sozialverhalten beim Spielen geübt hatte...

Doch das ist bereits etliche Jahre her.
In diesem Jahr, am Freitag, dem 13. Mai 2005, zwischen 11 und 13 Uhr saß ich am offenen Fenster.
Ich las in einem Buch, während mein Hund sich in der Sonne wärmte.
Das Fenster reicht beinahe vom Zimmerboden bis zur Zimmerdecke.
Kein Mensch auf der Straße konnte ungesehen daran vorbei.
Um 13 Uhr gingen Hund und ich die dritte Runde spazieren.
Wir traten aus dem Haus.
Der Eingang zum Haus ist an der Rückseite des selben.
Hey, mein angeschlossenes Fahrrad ist weg!
Aufregung, denn ich bin mit meinen Skelettschäden ohne Fahrrad völlig aufgeschmissen.
Mein Hirn schaltet sofort:

„Wen hab ich wieder geärgert? Wer hat es nötig, mich zu bestrafen?“

Keine Idee, bis auf die, dass ich lauthals gegen die Hemmungslosigkeit die hier inzwischen Normalität ist anwettere.

Ich bin die Alte die nicht wegsieht und weghört sondern laut und deutlich dazu auffordert Fragen zu stellen, Meinungen zu sagen.

Das gefällt so etlichen ehemals angepassten Jungpionieren und deren Nachkommen überhaupt nicht.
Ich passe nicht ins Konzept von ihrer freien Gewaltherrschaft.

Mir fiel zuerst nur ein alle Jugendlichen die in Frage kommen, anzusprechen. Ich tat es auch sofort.
Auffällig war, dass das Rad nur hinter unserem Haus weggetragen worden sein konnte.
Am offenen Fenster zur Straße hätte ich gesehen, wer es trägt.

Ich hatte seit ca. einem Jahr immer wieder gesehen, dass der Junge, auf den mich ein Mitarbeiter der Sozialstation aufmerksam gemacht hatte, bei einem jungen Mann, in der Straße xx, paterre links, ein und aus ging, mit ihm befreundet ist. Er benutzte das Fahrrad einer Bekannten, Frau Z., die die Mutter des jungen Mieters, A. Z.s, der in der Hausnummer 33 wohnte, ist.
Der Mitarbeiter der Sozialstation sagte, als mein Sohn 14 Jahre (er ist jetzt 21 Jahre alt) alt war:
„Du, dein Sohn zerdrischt hier mitten auf der Straße Bierflaschen wenn er sie ausgetrunken hat.“
Ich: „Ach, da bist du dir ganz sicher?“
Er: „Ja.“
Ich: „So, dann sag mir doch mal zu welcher Zeit ungefähr das war.“

Er wusste es. Es war gegen 15 Uhr. Meine Reaktion:
„Tut mir Leid, um die Zeit ist mein Sohn noch mit Training in der Staatlichen Ballettschule beschäftigt, aber es gibt inzwischen in Berlin schon zwei Neger. Ich kenne den zweiten auch, ich hab es auch schon gesehen, dass er Flaschen zerschmeißt, ich werde die Eltern ansprechen.“  

Genau diesen Jungen erwischte ich, als er, mit zwei anderen Jugendlichen, an meiner Giebelwand Schriftzeichen übte. Ich lag im Bett und las, es war nach 22 Uhr und das Styropor an der Giebelwand übertrug ganz fantastisch das leise Kratzgeräusch. Ich klopfte leise und ein leises Klopfen kam von draußen. Da wurde ich neugierig, zog mir meinen Bademantel über, und ging zum Fenster. Unter der Straßenlaterne standen sie noch -, drei unverkennbare Gestalten.
Der „Zweite Weißenseer Neger“, neben ihm ein junger Mann mit einem grünen langen Ledermantel und Pferdeschwanz (einen solchen Ledermantel hat hier sonst keiner!) und die dritte Gestalt, mit hochgestellter Irokesenfrisur (auch einmalig weit und breit).

Es war eindeutig, wer diese drei jungen Leute waren!

Durch meinen Hund hab ich auch zu vielen Jugendlichen Kontakt.
Da ich einige Jahre lang mit verhaltensauffälligen Kindern in der Psychiatrie gearbeitet habe, weiß ich sehr genau, warum Kinder und Jugendliche die Flucht vor den Eltern und der Realität des "Normalseinsollens" ergreifen.
Ich weiß, wie wichtig es ist, dass Eltern Eltern sind, nicht nur älter!
Ich sprach zwei der drei Erwischten an, sagte ihnen, dass ich das gar nicht gut finde, und dass ich weitergehe, wenn ich sie noch einmal erwische.
Sie waren zu der Zeit an jedem Abend, nach Einbruch der Dunkelheit, aktiv.
Ich denke, sie sind es auch heute - eindeutig erkennbar an ihren tags.

Als ich wieder einmal mit einem Mädchen von Gegenüber, die mit ihrer Hündin unterwegs war, ins Gespräch kam, bestätigte sie mir, dass doch hier Jeder weiß, dass D. geile Graffitis sprüht. Der kann das ganz toll, schon lange...

Was wäre, wenn dieses Können genutzt wird, um Häuser zu verschönern?

Die Polizei wiegelte ab, als ich das erzählte. Ich sprach den Vater an, der das Haus voller Pflegekinder hat, sagte ihm, dass ich D. erwischt habe.
„Ich hab ihm doch extra gesagt, er soll es nur da machen, wo es keiner sieht,“ war die Antwort.
Ich hab nur noch geschluckt, denn zwei von den Erwischten waren seine Pflegekinder, wenn ich das richtig verstanden haben! Der dritte Ertappte ist der Sohn einer Frau, die mit Keyboard am Fahrradlenker zu Patienten fährt, um sie zu therapieren! Die Zimmerdecke des Zimmers ihres Sohnes war gestrichen, als würde Blut an den Wänden herunter fließen, das kann jeder Mensch, der die Straße entlangläuft sehen wenn abend das Licht in der Parterrewohnung angeschaltet ist...

Seit einigen Wochen ist das Runterfließende eckig überstrichen, aber überall in unseren Straßen tauchen Schriftzüge auf, die zerfließen, unter anderen „Slut!“ und daneben lag eine tote Elster.

Das hat außer mir auch wieder kein Mensch gesehen?
Vielleicht hoffen die Sprayenden und die aEltern ja, dass auch ich endlich nichts mehr sehe?
Die Haare hat der Sohn der Musiktherapeutin jetzt schwarz gefärbt und er rennt mit gebeugtem Kopf in schwarze Klamotten gehüllt, durch die Gegend. Seine Beine stecken in Springerstiefeln; die Farbe der Schnürsenkel habe ich leider nicht gesehen.
Auch er ging bis zum 13. Mai bei A. Z., dem jungen Mann in der Hausnummer 33 ein und aus.

Neue Sprühwände wurden hier gestaltet. Sprühdosen wurden sogar stehen gelassen. Sie sind in unserem Viertel sicher!
Am Morgen des 14. ging ich mit Rucksack, um wenigstens Milch und Hundefutter zu holen – mehr kann ich nicht tragen, mit meiner Nervenentzündung im Fuß – los.
Neben unserem Haus, es war kurz vor 8 Uhr, saßen A. und S. K., ein Kumpel, der auch ständig zu A. ging, hinter unserem Haus auf einem Hunt.
A. sprach mich an, sagte, dass ihm S. erzählt hatte, dass sie mein Fahrrad geklaut haben.
Er sagte, dass ich aber auch Pech habe und, dass er weiß wer das war der mit den Springerstiefeln, der immer mit den vielen Kindern auf dem Spielplatz ist.

Ich sagte, dass ich vorsichtig wäre, mit solchen Äußerungen, stutzte aber noch immer nicht, sondern schlich weiter.

Zwei Straßen weiter stand die Mutter von A..
Sie kommandierte eindeutig ihren jetzigen Mann und ihren anderen Sohn .
„Nanu,“ fragte ich, ziehst du schon wieder um?“
Sie waren in den letzten zwei Jahren etliche Male umgezogen, hier im Karree, und ich hatte einen Bericht über Mietnomaden gesehen.
Wenigstens jetzt schaltete ich, denn sie sagte, dass S. hier wohnt.
Von ihm hatte sie mir erst vor ein paar Wochen erzählt, dass er von uns gegenüber in den Friedrichshain gezogen war.
Sie sagte noch, dass das ja schlimm ist, dass sie mir schon wieder mein Fahrrad geklaut haben.

Ich entgegnete, dass mein Fahrrad zum ersten Mal geklaut worden war, vor drei Monaten, als sie mir anbot eines von ihren Rädern zu bekommen, war der Rahmen meines Rades gebrochen.
(Sie hätte etliche Räder im Keller und genau da vermute ich jetzt auch mein geklautes Rad; nur weiß ich nicht, wo sie jetzt wohnt; früher konnte sie mich gut leiden, und die Jungen haben manchmal mit einander gespielt).

In der Zwischenzeit, vom Bruch des Rahmes bis jetzt, hatte mir mein Sohn einen neuen Rahmen spendiert, und ein Jugendlicher zu dem ich netten Kontakt habe, der hatte mir ein quasi neues Rad aus Teilen meines alten Rades und dem neuen Rahmen zusammen gebaut.

Auf dem Rückweg, als ich vom Einkauf kam, stand das Auto mit der Frau vor unserem Haus.

Da wurde ich endlich stutzig. 

Hatten sie vielleicht einen An– und Verkauf für Möbel?
Ich nahm sofort meinen Hund, denn die Hündin der Frau und mein Hund freuen sich bei jedem Zusammentreffen.
So konnte ich vielleicht noch ein paar Fragen los werden.
So schlecht wie die Möbel waren, die sie am Straßenrand abgestellt hatten, konnte das mit dem An– und Verkauf nicht sein.
Irgendwann hatte ich A. für mich und fragte ihn: „Ziehst du auch schon wieder um?“

Sein „Ja, zum Steinberg.“, klang verdammt traurig.
Warum hat er mir den Tipp gegeben, wohin er zieht?
Er kam später noch, um sich von mir Werkzeug zu pumpen.
Ich mach mir aber erst richtig dolle Sorgen, seit ich seine von Farben verschmierten Hände gesehen habe.
Meine Ahnung, dass er auch sprüht, hat sich bestätigt.

Weil ich es hasse, wenn Verdächtigungen geäußert werden, mache ich erst den Mund auf, wenn ich sicher bin.

Als am Nachmittag des 14. das Umzugsauto weg war, habe ich all meine Hemmungen über Bord geworfen und hab unseren Müllcontainer geöffnet.
Ich brauchte mir nicht viel Mühe zu geben.
Obenauf eine riesige Tasche, voll von Farb – Spraydosen, eine Vorladung für S. K., wohnhaft H.-B. Straße 38, wegen Sachbeschädigung durch Graffiti in der Öffentlichkeit, am 30. 3. 2005 00Uhr und am 31. 3. 2005, 10 Uhr, an der Schule am Sonnenwinkel Gürtelstraße 16.
Die Mutter, B. Z., hatte ein Schreiben vom Rechtsanwalt Klaus Brink, Hamburg.
Darin wird ein gerichtliches Mahnverfahren angekündigt.
Mich interessiert, wer wann für Ermittlungen zuständig ist.
Es ist schlimm, wie die Polizei reagiert, wenn eine Frau Fakten schildert. Es wird jedes Mal abgewiegelt!

So werden die, die ein Mal Erfolg hatten mit ihrer Hemmungslosigkeit, immer hemmungsloser.
Wir züchten hier kriminelle Jugendliche.

Als ich mein Erlebnis Westdeutschen erzählt habe wollten die mir nicht glauben, dass die Polizei nicht gleich gucken geht...

Ich hoffe, damit diese Jugendlichen nicht noch mehr abrutschen, dass sie die Angelegenheit nicht zur Seite legen!
Ich „lebe“ seit 1989 vom Sozialhilfesatz.
Mein neues Rad hat mir wieder mein Sohn gekauft, denn ich kann mit meiner körperlichen Behinderung (beide Füße schon operiert und ein Knie, 2003 drei Bandscheibenvorfälle in der Halswirbelsäule) ohne Fahrrad nicht viel erledigen.

A. weiß das. Er hatte zu mir lockeren Kontakt und ist zu wertvoll, einfach nicht beachtet zu werden.
Sein trauriger Satz wird mir immer im Gedächtnis sein, aber ich kann nichts mehr für ihn tun.
Helfen Sie dem jungen Mann.
Freundliche Grüße Ihnen, bat ich die Polizei...





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Ich wunderte mich, dass hier noch kein Kommentar ankam - tja, jetzt hab ich sie verändert, die Einstellungen im Hintergrund...
Mal sehn, ob das der Grund war...
Mich freuen Mitschrei(b)ende, nur Mut!